Kantonale "SoliThur"- Konferenz
Freiwilligenarbeit und solidarisches Handeln im Thurgau
Gemeinsam. Engagiert. SoliThur.
Erfolgreich durchgeführt
Datum: Donnerstag, 24. September 2026
Zeit: 8.30 - 16.45 Uhr
Ort: Kornhaus, Romanshorn
Programm
Gemeinsam. Engagiert. SoliThur.
Die Kantonale Konferenz SoliThur bringt Menschen, Ideen und neue Perspektiven rund um freiwilliges Engagement und Solidarität zusammen. Ein Tag zum Austauschen, Vernetzen und Weiterdenken.
Moderator Lukas Rösch führt durch den Tag und sorgt für spannende Begegnungen und Gespräche.
Ein Tag voller Impulse & Begegnungen
Den Auftakt macht Regierungsrat Urs Martin mit der Begrüssung, gefolgt von zwei inspirierenden Impulsreferaten von Dr. Jakub Samochowiec, Gottlieb Duttweiler Institut & Prof. Dr. Christian Reutlinger, Projektleitung SoliThur.
Über Mittag wird unser Marktplatz zum Treffpunkt: Projekte, Angebote und engagierte Akteur zeigen, was im Thurgau bereits bewegt wird.
Am Nachmittag stehen acht spannende Foren zur Auswahl – zwei davon können die Teilnehmenden besuchen, diskutieren und mitgestalten.
Zum Abschluss bringt ein hochkarätiges Podium unterschiedliche Perspektiven auf solidarisches Handeln und Freiwilligenarbeit zusammen: Grossratspräsident Felix Meier aus der Politik, Hanspeter Hutter (Thurgauer Kantonalbank) aus der Wirtschaft, David Angst (Thurgauer Zeitung) aus den Medien sowie Conny David, Projektleiterin SoliThur und Geschäftsleiterin der Fachstelle benevol Thurgau.
Impulse sammeln. Netzwerk stärken. Zukunft mitgestalten.
Impulsreferat Dr. Jakub Samochowiec, Gottlieb Duttweiler Institut
Die neuen Freiwilligen - Engagement im Wandel
Hat Freiwilligenarbeit Zukunft oder sind wir alle zu Egoisten geworden, die sich nicht mehr engagieren wollen?
Die Präsentation "Die neuen Freiwilligen" zeigt auf, wie sich gesellschaftliche Strukturen in den letzten Jahrzehnten verändert haben und was das für freiwilliges Engagement bedeutet. Dabei werden Hebel identifiziert, um Engagement zu fördern. Die Theorie wird mit der Praxis verknüpft: Anhand konkreter Beispiele zeigt die Präsentation, wie Organisationen in diesem veränderten Umfeld erfolgreich Menschen mobilisieren.
Jakub Samochowiec ist Senior Researcher und Speaker am Gottlieb Duttweiler Institut. Der promovierte Sozialpsychologe analysiert gesellschaftliche und technologische Entwicklungen und deren Zusammenspiel zur Person
Referat Prof. Dr. Christian Reutlinger, Projektleitung SoliThur
Dem solidarischen Handeln im Thurgau auf der Spur
Im Zentrum des Projekts SoliThur stehen die Fragen, wer sich solidarisch engagiert, wie dieses Engagement organisiert ist und welche Themen dabei als förderlich bzw. herausfordernd wahrgenommen werden. Das Referat fokussiert sich dabei auf drei Aspekte des solidarischen Handelns – Akteure, Formen und Inhalte. Für jeden Strang werden zunächst Beobachtungen aus den SoliThur-Gemeinden geteilt, um dann erste Muster mit Beispielen unterlegt abzuleiten und eine ergänzende wissenschaftliche Einordung vorzunehmen.
Christian Reutlinger ist Dozent am Institut Sozialplanung, Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung, Institut Soziale Arbeit und Gesundheit, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW zur Person
Marktplatz
Die Infostelle Arbeit fördert die tatsächliche Gleichstellung im Erwerbsleben von Frauen und Männern. Das Projekt «Solidarisch gegen Gewalt» richtet sich insbesondere an Frauen und verbindet theoretisches Wissen mit praxisnaher Selbstwirksamkeit. Der Pilotkurs fokussiert sexuelle Belästigung im Arbeitskontext sowie im privaten Umfeld und vermittelt konkrete Handlungsmöglichkeiten für Betroffene und solidarisch handelnde Personen.
Alzheimer Thurgau informiert, berät und unterstützt Menschen mit Demenz und deren Angehörige. In einer demenzfreundlichen Gemeinde wohnen Menschen mit Demenz in der Regel länger zu Hause und ihre Angehörigen bleiben trotz der hohen Belastung durch die Pflege und Betreuung gesund. Sie bleiben gemeinsam Teil des gesellschaftlichen Lebens der Gemeinde. Alzheimer Thurgau begleitet die Thurgauer Gemeinden bei der Analyse der IST-Situation bezüglich Demenzfreundlichkeit und beim Erstellen und Umsetzen eines Massnahmensplans hin zu einer demenzfreundlichen bzw. demenzfreundlicheren Gemeinde.
Das Rote Kreuz Kanton Thurgau richtet seine Dienstleistungen an Menschen jeden Alters und jeder Herkunft.
Als Weiterentwicklung eines bestehenden, kantonal etablierten Projekts wird der «Tag der Kranken» neu ausgerichtet: Persönliche Begegnungen sollen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, zusätzliche Organisationen vernetzt und neue Freiwillige mobilisiert werden.
DAS TRÖSCH ist ein lebendiger Treffpunkt für alle Menschen im Zentrum von Kreuzlingen. „Die TRÖSCH KOCH-Reise – kulinarische Begegnungen“ führt ein seit 2022 etabliertes Begegnungsformat weiter und entwickelt es konsequent partizipativ. Menschen unterschiedlicher Herkunft planen und gestalten gemeinsam niederschwellige Kochabende in kleinen Gruppen (max. 20 Personen).
Mit Tisch des Herzens entsteht in Romanshorn ein niederschwelliges Unterstützungs- und Begegnungsangebot für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen. Das Projekt reagiert auf einen klar erkennbaren lokalen Bedarf nach ergänzenden, persönlichen Angeboten, die bestehende staatliche und soziale Strukturen nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen.
Der Offene Kleiderschrank in der Kirche Uttwil ist ein Kleidertausch für Frauen, Männer und Teenies – offen, unkompliziert und komplett kostenlos.
Der Chor ist offen für Menschen jeden Alters, ohne Verpflichtungen und ohne Vereinsbindung. Man kann nach Lust und Zeit an den Proben teilnehmen. Alle Stimmen und Instrumente sind willkommen; im Mittelpunkt steht das gemeinsame Musizieren und Singen, ein- bis dreistimmig, ohne Perfektions- oder Auftrittsdruck.
Der neue Mitsing- und Mitspielchor soll in Eschlikon/Wallenwil oder Bichelsee/Balterswil entstehen.
Bildantworten verbindet zwei offene Ateliers — das Living Museum und das Open Place Kreuzlingen — durch einen fortlaufenden visuellen Dialog.
Glocalmeets hat das Ziel geflüchtete Menschen beim Ankommen in der Gesellschaft vom Kanton Thurgau zu unterstützen und ihre soziale Integration zu fördern.
Kern des Projekts sind Tandems zwischen freiwilligen Integrationspartner:innen und Geflüchteten.
Das Pilotprojekt der HEKS schafft einen niederschwelligen Begegnungsraum für Menschen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und sozialer Hintergründe in Amriswil und Umgebung.
Ziel des HEKS-Projektes ist es, Menschen, die sich zuvor nicht kannten, über einen Kaffee und einen Spaziergang miteinander ins Gespräch zu bringen, Familien zu stärken und Angebote sichtbar zu machen.
Das Praxisprojekt Nachbarschaftshilfe hat zum Ziel, die organisatorischen Rahmenbedingungen und Ausgestaltungsformen, sowie die Leistungen und Wirkungen der Nachbarschaftshilfe projektübergreifend zu betrachten und Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.
Das zweite Praxisprojekt untersucht Fachorganisationen im Kanton Thurgau, die Mitglieder der Fachgruppe von SoliThur sind und beleuchtet ihre vielfältigen Formen solidarischen Handelns.
Foren
Die Teilnehmer:innen können an 2 Foren teilnehmen.
Aktuelle Herausforderungen in der solidarischen Freiwilligenarbeit
Forum: Neue Freiwillige
Hanu Fehr, Sportamt Thurgau, (Vereinscoach)
«Hanu Fehr ist nebenamtlicher Vereinscoach und Referent. Als Mitarbeiter des kantonalen Sportamts organisiert er die Vereinsschmiede Thurgau und beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie freiwilliges Engagement heute und in Zukunft funktionieren kann.»
Forum: Wertschätzung & Anerkennung
Roman Peter, Einsatzleitung Hospizdienst Thurgau
«Es bereitet mir grosse Freude, die Freiwilligen des Hospizdienstes Thurgau in ihrer wertvollen Arbeit zu begleiten und ihr aussergewöhnliches Engagement, ihre Herzlichkeit und ihren Einsatz für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen zu erleben.»
Forum: Sichtbarkeit & Kommunikation
Conny David setzt sich als Geschäftsleiterin von benevol Thurgau für gute Rahmenbedingungen und die Sichtbarkeit von freiwilligem Engagement ein und bringt als Projektleiterin von SoliThur unterschiedliche Perspektiven des solidarischen Handelns zusammen.
Engagement braucht Sichtbarkeit – und Sichtbarkeit braucht gute Kommunikation. Doch wie gelingt es, das eigene Engagement und dessen Wirkung sichtbar zu machen und gleichzeitig die richtigen Menschen mit der richtigen Botschaft zu erreichen?
Im Forum tauschen wir Erfahrungen aus und gehen gemeinsam der Frage nach, was eine verständliche, authentische und wirkungsvolle Kommunikation ausmacht. Wir betrachten Chancen und Herausforderungen und sammeln praktische Ansätze, wie Sichtbarkeit gestärkt, Menschen erreicht und zum Mitmachen motiviert werden können.
Forum: Gesundes Engagement
«Wie gelingt Abgrenzung und der eigenen Gesundheit gut Sorge tragen bei solidarischem, freiwilligem Handeln?»
Doris Grauwiler, lic. phil. Psychologin, Bereichsleiterin, Gesundheitsförderung & Prävention. Sie arbeitet seit 2005 bei der Perspektive Thurgau und seit 2009 leitet sie den Fachbereich Gesundheitsförderung & Prävention.
Themenfelder der solidarischen Freiwilligenarbeit
Forum: Soziale Integration
Im Fokus steht die Frage, wie soziale Integration vor Ort wirksam gestaltet und weiterentwickelt werden kann. Nach kurzen fachlichen Impulsen von INSOS und Glocalmeets bietet das Forum Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, konkrete Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam hilfreiche Ansätze für die Praxis zu sammeln.
Nicole Zeitner, Geschäftsleiterin INSOS Thurgau
Raphael Gerster, Integrations-Koordinator Glocalmeets
Moderiert durch: Armin Strom, Mitarbeiter benevol Thurgau
Forum: Generation übergreifend
Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen verschiedener Generationen im Alltag stärker miteinander in Kontakt kommen und voneinander profitieren können. Das Schweizerische Rote Kreuz Thurgau zeigt anhand seiner Erfahrungen, wie Begegnung, Zeit und verlässliche Beziehungen soziale Teilhabe fördern können. Anschliessend werden die Impulse gemeinsam diskutiert und mit eigenen Erfahrungen sowie Ideen für generationenübergreifende Angebote vor Ort ergänzt.
SRK TG & Jugend SRK
Das Jugendrotkreuz-Projekt «Erzählkafi», vorgestellt von Gabriela Siegenthaler, Fachverantwortliche Freiwilligenmanagement, SRK Thurgau
Forum: Nachbarschaftshilfe
Wie gelingt Nachbarschaftshilfe in der Praxis, wie organisiert sie sich, und welche Herausforderungen und Lösungswege zeigen sich dabei? Diesen Fragen gehen wir im Forum Nachbarschaftshilfe nach. Dabei stellen der Dachverband für Freiwilligenarbeit Frauenfeld (DaFa) und Nachbarschaftshilfe See (NBHS) ihr jeweiliges Nachbarschaftsprojekt als aktuelles Praxisbeispiel vor, bevor Raum für den Austausch eigener Erfahrungen und Erkenntnisse bleibt.
Sarah Huber, Vorstandsmitglied, Nachbarschaftshilfe See
Heinz Wiederkehr, Vize-Präsident Dachverband für Freiwilligenarbeit Frauenfeld, Nachbarschaftshilfen
Moderiert durch: Marisa Arn, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Soziale Arbeit und Räume (IFSAR), OST – Ostschweizer Fachhochschule, Projektmitarbeiterin von SoliThur.
Forum: Zusammenhalt in den Gemeinden
Im Zentrum steht der vertiefte Austausch über Möglichkeiten den Zusammenhalt in der Gemeinde zu fördern sowie Lösungswege zur Bewältigung diesbezüglicher Herausforderungen. Wir starten mit Kurzinputs aus der Sicht von Gemeinde-/Stadträtin und geben dann Raum für eigene Erfahrungen und Erkenntnisse.
Michaela White, Gemeinderätin, Ressort Gesundheit und Soziales Amlikon-Bissegg und Michaela Eugster, Stadträtin Bischofszell
Moderiert durch: Steve Stiehler, Professor am Departement für Soziale Arbeit der OST – Ostschweizer Fachhochschule, Projektleiter SoliThur.
Podium
Lukas Rösch, Moderator
TeilnehmerInnen:
Felix Meier, Grossratspräsident;
Hanspeter Hutter, Leiter Geschäftsbereich Finance & Risk (CFO/CRO) und Mitglied der Geschäftsleitung Thurgauer Kantonalbank;
David Angst, Chefredaktor Thurgauer Zeitung;
Conny David, Geschäftsleiterin benevol Thurgau, Fachstelle für Freiwilligenarbeit